Durch die DDR-Allee zurück in die Zukunft

Mein erstes Ausflugsziel in Berlin war am Samstagabend der C-Club in der Nähe von Kreuzberg. Dort fand das erste Fler-Konzert seit langem statt. Ich bin zwar kein Riesen-Fan von Fler, doch das Konzert in seiner Heimatstadt war genial. Etwas gestört hat mich die Organisation des C-Clubs, wenn man erst mal draussen an der frischen Luft war, kam man nicht mehr rein, um etwa ein Shirt zu kaufen. Schade – so konnte ich nicht prüfen, ob Fler sein Versprechen, jedem ein Autogramm zu geben, auch hielt. 

Am Sonntag beschloss ich, anstatt mit der U-Bahn zum Alexanderplatz zu fahren, dorthin zu spazieren. Mein Hotel ist in der Nähe des Frankfurter Tors im ehemaligen Ostsektor der Stadt. Dieses Frankfurter Tor hat zwei unübersehbare Türme, welche von den Kommunisten erbaut worden sind. Überhaupt ist die Karl-Marx Allee Richtung Alexanderplatz von ihnen als riesiges städtebauliches Projekt erbaut worden. Ich konnte mir bildlich vorstellen, wie hier vor ein paar Jahren noch Panzer über die breite Strasse donnerten, Trabis um die Plätze kurvten und Leute vor den Kaufhallen eine weite Schlange bildeten. Auch über die Geschichte der DDR lässt sich so einiges erfahren: So gab es vor einem Platz ursprünglich ein Stalin-Denkmal, und auch die Allee wurde nach ihm benannt. Nach dem Tod Stalins änderte die SED (Einheitspartei der DDR) 1961 ihre politische Richtung und liess das Stalin-Denkmal entfernen. Die Allee wurde von Stalinallee in Karl-Marx Allee, ihrem heutigen Namen, unbenannt. Die Architektur ändert sich Richtung Berlin-Mitte ebenfalls. Vom sogenannten Zuckerbäckerstil in Plattenbauten. Büroklötze häufen sich ebenfalls. Und plötzlich ist man am Alexanderplatz mit Einkaufszentern, Hochhäusern und dem Fernsehturm. Dieser Spaziergang war wie eine kleine Zeitreise von der Vergangenheit in die Gegenwart. 

Nach meinem Spaziergang setzte ich mich in den 100-er Bus, der quer durch die ganze Stadt fährt. So kann man sich bequem und ohne viel Gequatsche ein Bild der Grossstadt machen. 

Den Nachmittag verbrachte ich auf dem grossen Flohmarkt am Mauerpark. Da wird einfach alles aus dem letzten Jahrtausend verkauft. Zudem finden da laufend Konzerte und andere Veranstaltungen statt. Gerade an einem Sonntag mit dem Flohmarkt sehr empfehlenswert. 

Zum Abschluss des Tages besuchte ich noch den Potsdamer Platz mit den Mauerresten und das Brandenburger Tor, bevor ich mit ein paar Drinks und einem Bier den Tag beende. 

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