Was die Schweiz von Finnland lernen kann

Die Finnen sind uns Schweizern sehr ähnlich. Dies konnte ich während meinem Aufenthalt in Finnland aus erster Hand erfahren. Trotzdem gibt es einige Unterschiede. Hier sind die Dinge aufgeführt, welche mir in Finnland besonders gut gefallen haben und die Schweiz auch übernehmen könnte:

Wahlen: Wie in der Schweiz sind auch in Finnland Wahlen, allerdings schon jetzt und nicht erst im Herbst. Auch sie wählen alle 4 Jahre ihr nationales Parlament.
Schilderwälde von Parteien und einzelnen Kandaten gibt es in Finnland aber nicht – die Wahlplakate sind schön übersichtlich an Stellwänden zusammengefasst. So können die Finnen in aller Ruhe die Kandidaten vergleichen. In einem sogenannten “Wahldorf” bieten alle Parteien zudem Stände  an (in Oulu: Weihnachtsmarkt-Häuschen). Niemand kommt zu kurz, alle Parteien haben die selben Möglichkeiten. Die einen verteilen gratis Würstchen, bei den anderen gibt es Kaffee.

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Velo: Der wichtigste Unterschied im Velofahren zwischen der Schweiz und Finnland ist der, dass man in Finnland in der Regel innerorts auf dem Veloweg fährt. Dies ist aufgrund der fehlenden Platzverhältnisse in der Schweiz nicht möglich, zudem ist das Abbiegen mühsamer. Sieht man sich die Unfallzahlen jedoch an, sieht man das man in der Schweiz viel weniger sicher unterwegs ist. Ein Grund dazu ist sicher das E-Bike, das in der Schweiz viel mehr verbreitet ist.
Was sich dennoch in der Schweiz anbieten würde, sind die Baanas, welche eine komfortable und direkte Fernverbindung zwischen zwei wichtigen Zentren anbieten (beispielsweise Universität – Stadtzentrum).
Zudem habe ich in Finnland eindrucksvoll gesehen, dass mit einer gewissen Velokultur und -infrastruktur keine teure Veloförderung im Sinn von Kampagnen gemacht werden muss. Allen ist klar, das das Velo ein gesundes, praktisches Verkehrsmittel ist, aber es braucht eine gewisse Infrastruktur, welche auch zum Velofahren einlädt.

Zug / Fernverkehr: Die skandinavischen Länder gelten als besonders Familienfreundlich. Väter und Mütter können sich die Elternzeit frei einteilen. Auch im öffentlichen Verkehr sieht man diese Familienfreundlichkeit: In allen Toiletten (nicht nur im Familienwagen!) gibt es neben der normalen Toilette ein “Töpfchen” und ein Schoppenwärmer.
Wie bei fast allen Bahnen ausserhalb der Schweiz gibt es in den Wägen gratis WLAN, und der Speisewagen mit Takeaway sind sehr beliebt. Die Nachtzüge sind sehr modern und haben sogar Duschen.

Museen: In den Museen kommen Kinder oft stark vergünstigt oder gratis rein. Mir sind bei meinen Besuchen auch immer viel Schulklassen aufgefallen. Im Museum selbst gibt es sehr vieles zum anfassen oder spielen, und für Kinder gibt es spezielle Inhalte innerhalb der Ausstellung.

Restaurant: Egal was man bestellt, als erstes gibt es immer frisches Brot und Butter. Zudem ist stilles Wasser teilweise mit einbegriffen, und wird ökologisch sinnvoll in einer Karaffe statt Flasche angeboten.

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Sport: Finnland sowie die Schweiz sind beides Eishockeyländer. Im Gegensatz zur Schweiz ist in Finnland das Eishockey (statt Fussball) die wichtigste Sportart. Ich war bei einem Playoff Halbfinalspiel (IFK Helsinki – Kärpät Oulu). Dort ist mir aufgefallen, dass zu Beginn des Spieles alle, und wirklich alle im Stadion aufstehen und die Nationalhymne singen – bei uns undenkbar.

Falls Ihr noch mehr wisst, bitte schreibt es mir. Vielen Dank!

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