Podiumsveranstaltung Spital Rorschach

Diskussionsleiter Felix Bischofberger, Daniel Germann und Lukas Moll.
Quelle: www.rorschacherecho.ch

Die CVP Region Rorschach hat am 5.2.2020 zu einer Podiumsveranstaltung zum Thema Spitalstrategie und Spital Rorschach eingeladen. Daniel Germann, CEO des Kantonsspitals SG zeigte die Notwendigkeit der Reduktion auf vier Standorte aus wirtschaftlicher Sicht auf. Hausarzt Lukas Moll als Vertreter der Ärzteschaft hinterfragte die Schliessung des Spital Rorschachs kritisch. Als ehemaliger Mitarbeiter beim Kantonsspital St.Gallen schätze er den engen Kontakt zu Spitalärzten, die Weiterbildungsmöglichkeit in der Region, sowie die momentane medizinische Versorgung in Rorschach.

Die zwei Parteien haben zwar bezüglich der Schliessung des Spital Rorschachs verschiedene Ansichten, jedoch hinsichtlich der Notfallzentren sind beide der Ansicht, dass es kein 24/7 Angebot braucht. Damit sehe meine persönliche Postion sowie die Position der GLP bestätigt.

Zwar wandelt sich die Spitalmedizin immer mehr von stationärer zu ambulanter Behandlung. Diesem Wandel hinkt die Schweiz im internationalen und der Kanton St.Gallen im nationalen Vergleich hinterher. Wahrscheinlich ist die Idee hinter diesen Notfallzentren, dass mehr ambulant behandelt werden kann. Ein Betreiber für ein 24/7 Notfallzentrum mit entsprechend hoher Qualität liesse sich für die Region Rorschach wohl kaum finden. Das Notfallangebot kann durch die Hausärzte, der Spitex sowie der Rettungsdienste organisiert werden, eventuell in Zusammenarbeit mit der Region St.Gallen. Aus Sicht der Ärzteschaft sollten somit statt des Notfallangebots eher mehr Betten angeboten werden, damit beispielsweise ältere, allein lebende Personen über das Wochenende im Spital behalten werden könnnen, statt in Folge Bettenmangels in St.Gallen nach Hause geschickt werden.

Die Zusammenarbeit mit Nachbarkantonen und Nachbarländern erwähnte Daniel Germann erst, als er gefragt wird. Man habe den Kontakt, zum Beispiel mit Lichtenstein versucht, sei aber auf Zurückhaltung gestossen. Auch eine Zussamenarbeit mit „einem Halbkanton“ wäre gescheitert. Ich bin der Meinung, dass es speziell in einem vielseitig orientierten Kanton Sinn macht, zumindest mit anderen Kantonen, welche die gleichen Diskussionen haben, zussammenzuspannen. Bei den Schulen funktioniert dies seit Jahren – wieso nicht auch in der Gesundheit?

Daniel Germann hat ausserdem bestätigt, dass auch bei einer Schliessung der Spitäler Rorschach und Flawil genug Betten in St.Gallen zur Verfügung stehen werden – auch vor Abschluss der Bauarbeiten. Der Personalbestand soll ausserdem gleich bleiben. Für mich eine Bestätigung meines Anliegens, den ÖV zu den bestehenden Spitälern ab der Schliessung der bestehenden Landspitälern wie Rorschach und Flawil auszubauen. Zum Thema Mobilität scheint sich soweit noch niemand Gedanken gemacht zu haben – naja, die Spitalstrategie ist ja auch noch nicht in Stein gemeisselt.

Auch sonst gibt es viel Klärungsbedarf und wenig konkretes. Eindeutig zu klären wäre vor einer möglichen Schliessung des Spitals Rorschach, ob für den Steuerzahler die Kosten nur umverteilt werden und dann am Schluss doch nichts optimiert wird. Auch sind Ärzteschaft und Spitex nicht einfach bei einem grösseren Bedarf abrufbar.

Auf jeden Fall habe ich wahrgenommen, dass die Schliessung des Spital Rorschach für die Bevölkerung ein sehr emotionales Thema ist, was sich auch an dem vollen Stadthofsaal gezeigt hat.

Quellen:

http://www.sg.grunliberale.ch/aktuell/media/mediadetail~f4369acc-ae57-4da5-8c32-69c3e3b355f6~Strategie%20der%20Weiterentwicklung%20der%20St.Galler%20Spitalverbunde~

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