Autor: matthias

Rückblick auf das Politik-Jahr 2020 (ausgenommen Corona)

Ein anstrengendes, spezielles Jahr neigt sich dem Ende zu. Wie das Leben aufgrund des Coronavirus auf den Kopf gestellt wurde, wird uns wohl lange in Erinnerung bleiben. Ich denke, diese sind uns hinlänglich bekannt durch die breite Berichterstattung in den Medien über das Coronavirus. Dies hatte vielleicht zur Folge, dass über andere politische Themen diskutiert wurde, obwohl sich diese sehen lassen. Ich versuche deshalb, sozusagen als Kompensation, in diesem politischen Jahresrückblick das Thema Corona möglichst kurz zu halten. Das Jahr war insbesondere für die GLP erfolgreich, stimmten die Stimmbürger doch meist entsprechend ihren Wahlempfehlungen.

Die erste Abstimmung fand Anfang Februar statt. Die Initiative für mehr bezahlbare Wohnungen scheiterte an 57% Nein-Stimmen und dem Ständemehr. Meiner Meinung nach ein klares Zeichen, dass städtische Probleme auf kantonaler, regionaler oder kommunaler Stufe gelöst werden müssen. Ein klares Ja (63%) gab es gegen Diskriminierung und Hass aufgrund der sexuellen Orientierung. Das heisst, gleichgeschlechtliche Paare werden in Zukunft von Verunglimpfung, Herabwürdigung und Hetze aber auch gewalttätige Übergriffe kollektiv geschützt. Als Umweltaktivist und Verekehrsplaner freute mich überaus, dass das Zürcher Stimmvolk das Verkehrsprojekt Rosengarten abgelehnt hat, welches eine Art Auto-Kehrtunnel auf 2×2 Spuren mitten durch die Stadt Zürich vorgesehen hätte. Leider wurde der 3. Autobahnanschluss Rorschach angenommen, aber das war im November 2019.
Wenig später drang die Spionageaffäre Crypto ans Licht der Öfffentlichkeit: Laut Recherchen der SRF-Rundschau, des ZDF und der Washington Post haben der deutsche Bundesnachrichtendienst BND und die CIA (USA) jahrzehntelang über 100 ausländische Staaten (Botschaftskommunikation, Armee und Polizei u.a. von Iran, Aegypten, Argentinien und Jugoslawien) über manipulierte Verschlüsselungsgeräte der Zuger Crypto AG abgehört. Dazu wurde die Firma 1970 von Strohmännern gekauft. Laut Aussagen eines Insiders und Hinweisen aus CIA-Dokumenten soll der damalige Bundesrat Villiger spätestens ab 1992 davon gewusst haben. Am 23. Juni eröffnet die Bundesstaatsanwaltschaft ein Strafverfahren.
Eine Untersuchung der Geschäftsprüfungsdelegation des Parlaments stösst auf Akten, die nicht im Bundesarchiv, sondern in einem alten Führungsbunker gelagert wurden, findet dort aber keine Hinweise, dass der Bundesrat von den Geheimdiensten über die Manipulationen bei Crypto informiert wurde. (Quelle)

Anfangs März fanden in vielen Kantonen Wahlen statt. Bei den kantonalen Wahlen konnte die GLP in den meisten Kantonen zulegen. Im Kanton St.Gallen, wo auch ich kandidierte, konnte die Anzahl Kantonsratssitze sogar verdreifacht werden, zudem wurden zwei JGLP-Mitglieder gewählt.

Ab Mitte März scheint es, als ob alle politischen Geschäfte, welche nichts mit Corona zu tun hatten, auf Eis gelegt wurden. Für eine Zeit stimmt es vielleicht auch. Die Zeit bis im Mai war geprägt vom Lockdown, Veranstaltungsabsagen, ersten und den Pressekonferenzen des Bundesrates, welche wir wie eine Netflix-Serie mit Spannung mitverfolgten, aber auch dem ersten Schweizer Todesopfer an Corona. Dennoch gab es Good News, zumindest für mich: In den Niederlande wurde für den Klimaschutz die Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen von 130 km/h auf 100 km/h reduziert.

Im April/Mai wurde, obwohl nicht mit den Pariser Klimaabkommen vereinbar, bekannt dass die Swiss und somit der Lufthansa-Konzern mit Milliarden durch den Bund unterstützt wird. Das Steuergeld wurde nicht wie von der GLP vorgeschlagen an klimapolitische Auflagen geknüpft. Auch wurde der Lockdown schrittweise gelockert, und die Grenzen für binationale Paare oder geschiedene Elternteile wieder geöffnet. Zuvor mussten sich Paare in Kreuzlingen/Konstanz am provisiorisch wiedererrichteten Grenzzaun treffen.
Aufgrund der Einschränkungen durch Corona und dem schönen Wetter gehen die Velo-Frequenzen durch die Decke, während der ÖV abnimmt und der Fahrplan ausgedünnt wird.
In Minneapolis USA erstickt bei einer Personenkontrolle der Afroamerikaner George Floyd weil ein Polizist 8 Minuten auf seinem Hals kniet. Der Fall löst weltweit Massenproteste gegen rassistische Polizeigewalt aus. Nach dem Vorfall plant der Stadtrat, die Polizei aufzulösen, weil sie nicht reformierbar sei. Andere US-Städte, u.a. New York kürzen die Polizeibudgets. Es folgen internationale Proteste zum Thema #BlackLivesMatter, auch in der Schweiz.
Der Mai ist der zwölfte Monat in Folge mit überdurchschnittlichen Temperaturen und damit verzeichnet die Schweiz auch die längste Wärme-Periode seit Beginn der Messungen 1864. Der bisherige Rekord von 9 Monaten stammt vom April bis Dezember 2018. (Quelle)

Im Juni traf sich das Parlament nach dreimonatiger „Pause“ in den Hallen der Berner Ausstellung, um die Schutz-Auflagen einzuhalten. Der ÖV kehrt weitgehend zum normalen Jahresfahrplan zurück. Derweil melden Fahrlehrer ein erhöhtes Interesse an Fahrstunden. Viele Junge Leute hätten Angst, sich im ÖV anzustecken. Aufgrund von #BlackLivesMatter streicht Migros und Manor die Schokoküsse der Firma Dubler aus dem Sortiment, da der Lieferant sich weigerte die als abwertend empfundene Bezeichnung „Mohrenkopf“ aufzugeben.
Der Nationalrat beschliesst mit der Revision des CO2-Gesetzes eine Lenkungsabgabe auf Flugtickets und eine Klimaabgabe auf Treibstoffen und Brennstoffen. Der Entscheid folgt auf eine zahnlose Fassung kurz vor den Wahlen im Herbst 2019. Der Klimajugend genügt das Gesetz noch nicht, die SVP verharrt in Fundamentalopposition.
Das Bundesgericht erklärt die städtische Volksinitiative für ein autofreies Zürich für ungültig, weil eine generelle Verkehrsbeschränkung nicht in der Kompetzenz von Kantonen und Gemeinden liegt.

In einer Volksabstimmung Anfangs Juli wird in Russland eine neue Verfassung angenommen, die die in vielen Ländern übliche Amtszeitbeschränkung für den Präsidenten abschafft. Die Ehe wird als Gemeinschaft von Mann und Frau festgeschrieben (entgegen dem europäischen Trend zur Zulassung von Ehen homosexueller Paare). Weiter verspricht die Vorlage jährliche Rentenanpassungen.
Aus Branchenkreisen wird verlautet, dass Boeing die Herstellung des legendären Grossraumflugzeugs Boeing-747 «Jumbo-Jet» noch im laufenden Jahr einstellen wird.
Das Bundesverwaltungsgericht spricht Bundesanwalt Michael Lauber wegen Amtspflichtverletzungen schuldig. Insbesondere wertet es die Aussagen Laubers zu angeblichen Erinnerungslücken bei unprotokollierten Gesprächen mit FIFA-Chef Giovanni Infantino als bewusste Lügen. Lauber erklärt sich zum Rücktritt bereit. Am 30. Juli eröffnet der ausserordentliche Staatsanwalt im Fall FIFA ein formelles Strafverfahren gegen FIFA-Chef Gianni Infantino und beantragt dem Parlament die Aufhebung der Immunität von Bundesanwalt Lauber. Dies beschleunigt den Abgang Laubers.
Seit zwei Jahren kommt es im Blausee bei Kandersteg immer wieder zu Fischsterben. Im Juli reicht das Fischzucht-Unternehmen Strafanzeige ein. Es besteht dringender Verdacht, dass bei der Sanierung des Lötschberg-Scheiteltunnels der BLS giftiger Altschotter in einer Kiesgrube beim See deponiert worden ist. Die zuständige Entsorgungsfirma behauptet, eine Deponie-Bewilligung des Kantons Bern zu haben. Die Grünen fordern eine Parlamentarische Untersuchungs-Kommission (PUK).

Im August wurde in Genua zwei Jahre nach dem Einsturz der Morandi-Brücke den Neubau eingeweiht.
Die Vereinigten Arabischen Emirate nehmen als drittes arabisches Land diplomatische Beziehungen mit Israel auf. Sie erhalten damit besseren Zugang zu Rüstungstechnologie und unterstreichen ihre Distanz zum Iran.
Die Carsharing-Genossenschaft Mobility will den Anteil der Elektroautos an der Flotte von heute rund 4% in 10 Jahren auf 100% steigern

Im September beantragt die Gemeinde Erstfeld beim Bundesamt für Verkehr (BAV) die Umbenennung der Haltestelle «Mohrenkopf». Ebenfalls im September nimmt der Migros-Onlineshop die «Zigeuner-Cervelats» aus dem Angebot.
Der Nationalrat beschliesst eine Förderabgabe von 1% des Umsatzes für schweizerische Filme und eine Quote von 30% europäischen Filmen für Streamingdienste. Für inländische TV-Anbieter gelten ähnliche Regeln schon seit Jahren, ebenso in der EU.
Die SVP empfiehlt den von ihr 2008 vorgeschlagenen Bundesrichter Yves Donzallaz nicht zur Wiederwahl, weil er zu wenig auf Parteilinie sei. Dies löst eine Debatte über die Unabhängigkeit der Justiz aus, Donzallaz wird vom Parlament gegen die Stimmen der SVP wiedergewählt.
Wie jedes Jahr wüten in Kalifornien grossflächige Waldbrände.
Die SBB vereinbaren mit den ÖBB den Ausbau beim Nachtzugangebot aus der Schweiz von 6 auf 10 Verbindungen in verschiedene Länder. Die ÖBB hat als einzige Bahngesellschaft Westeuropas noch einsatzfähige Schlafwagen.
Am 14. September erreignete sich die Messerattacke in Morges VD. Ein in Lausanne aufgewachsener türkisch-schweizerischer Doppelbürger ersticht in Morges VD einen Mann von hinten in einem Strassenrestaurant.
21.09.2020: AktivistInnen der Klimastreik-Bewegung ignorieren das generelle Demo-Verbot auf dem Bundesplatz während der Sessionen und besetzen während der Herbstsession den Bundesplatz. Ein Angebot der Stadtregierung für eine Bewilligung auf einem anderen Platz schlagen sie aus. Die Polizei räumt den Platz am Mittwoch. Das Parlament beschliesst ein CO2-Gesetz mit Lenkungsabgaben, die wesentlich weiter gehen als in der gescheiterten Fassung von 2019. Klimastreikende aus der Westschweiz wollen die SVP beim Referendum unterstützen. Spitzenpolitiker der Grünen und der SP sind enttäuscht, weil damit wieder wertvolle Zeit verloren geht, ohne dass Aussicht auf ein weiter gehendes Gesetz besteht.
Bei der Abstimmung Ende September wurde die Begrenzungsinitiative der SVP mit über 61% abgelehnt, und die höheren Kinderabzüge bei der direkten Bundessteuer mit 63%. Knapper wurde es beim revidierten Jagdgesetz, dafür wurde die Beschaffung von Kampfflugzeugen knapp angenommen. Was mich persönlich sehr freut, ist dass der zweiwöchige Vaterschaftsurlaub, als Gegenvorschlag zur zurückgezogenen Initiative mit vier Wochen, mit 60.3% angenommen wurde. Ausserdem wurde im Kanton Genf ein Mindestlohn eingeführt, und in der Stadt Zürich zum x-ten mal das Stadionprojekt Hardturm gutgeheissen.
Die Bundesversammlung hat zudem das revidierte Bundesgesetz über polizeiliche Massnahmen zur Bekämpfung von Terrorismus verabschiedet, welche allerdings Grund- und Menschenrechte sowie Kinderrechte verletzen. Die JGLP hat deshalb das Referendum gegen diesen Willkürparagraphen ergriffen, die Unterschriftssammlung unter den Corona-Einschränkungen gestaltet sich jedoch als schwierig.

Im Oktober sprechen sich 60% der CVP-Mitglieder für eine Fusion mit der BDP unter dem neuen Namen „Die Mitte“ aus.
Mit neun Jahren Verspätung wird der neue Flughafen Berlin (BER) in Betrieb genommen. Die Eröffnung ist sechs Mal verschoben worden und der Bau hat statt der 1996 beschlossenen rund zwei letztlich rund sechs Mia. Euro gekostet. Grund dafür waren neue kommerzielle Anforderungen sowie mehrmals verschärfte Sicherheitsvorschriften während der Bauzeit.

Im November folgte schon eine weitere, schreckliche Messerattacke in einem Einkaufszentrum in Lugano. Eine psychisch kranke Schweizerin, die vor einigen Jahren in den Dschihad ziehen wollte, aber an der Einreise nach Syrien gehindert und in die Schweiz zurück geschickt wurde, verletzt mit einem Messer zwei Frauen, eine davon schwer.
Aufgrund der vielen Briefwahl-Stimmen wurde Joe Biden etwas verzögert zum neuen US-Präsident gewählt.
Schweizer Hochschulen wollen mit der künstlichen Beschneiung von Gletschern den klimabedingten Gletscherschwund stoppen oder zumindest bremsen. Nach Angaben des WWF sind allein in der Schweiz in den letzten 50 Jahren über 700 kleinere Gletscher vollständig verschwunden.
In der Volksabstimmung vom 29.11.2020 erzielt die Konzerverantwortungsinitiative mit 50.7% Ja mehr als einen Achtungserfolg, scheitert aber am Ständemehr. Die Kriegsgeschäfte-Initiative wird mit 57.5% Nein klar abgelehnt. Im Kanton Schwyz wird das Gesetz zur Förderung erneuerbarer Energien mit 62% Ja angenommen.
Durch das Ja der Rechtskomission des Ständerats ist die Ehe für Alle von beiden Kammern bestätigt worden, somit kann sie noch 2020 beschlossen werden. Die GLP hat den Vorstoss 2013 eingereicht.

Im Dezember erfährt die Öffentlichkeit, dass mindestens seit März 2020 die Mehrzahl der Computersysteme der US-Regierung sowie systemrelevanter privater Firmen (z.B. Microsoft) von Hackern geknackt worden sind. Experten bezeichnen den Hack als derart professionell und aufwändig, dass eigentlich nur ein Geheimdienst einer Supermacht dahinter stecken könne. Der Angriff ist über kompromittierte Software-Updates einer Firma erfolgt, die eigentlich die Sicherheit der Computersysteme garantieren sollte.Präsident Trump hüllt sich in Schweigen, sein gewählter Nachfolger Joe Biden erklärt, dass die Cyber-Sicherheit ein Schwerpunkt seiner Regierung sein werde.
Am Vorabend des Heiligabends wird in einem Altersheim im Kanton Luzern die erste Person in der Schweiz gegen das Coronavirus geimpft.
Einen Tag später einigen sich Grossbritannien und die EU endlich auf ein Handelsabkommen nach dem Brexit, das die einjährige Übergangsphase dauerhaft ablösen soll. Der Deal sieht vor, dass keine Zölle erhoben und die Handelsmengen nicht beschränkt werden. Für die umstrittene Fischerei wurde mit der Reduktion der EU-Fangquoten in britischen Gewässern ein Kompromiss gefunden, der beide Seiten das Gesicht wahren lässt. Das britische Parlament soll dem Vertrag noch am 30.12.2020 zustimmen, das europäische Parlament wird ihn erst nachträglich im neuen Jahr bestätigen.

Fazit: 2020 war ein ereignisreiches Jahr, auch ohne Corona. Nur bestimmte die Corona-Krise die Presselandschaft. Stolz bin ich besonders auf das Ja zum Vaterschafts-Urlaub, wo ich mich auch etwas engagiert habe. Auch hoffe ich, dass der Ehe für Alle und der dringend benötigten CO2-Abgabe nichts mehr im Wege steht. Good News sind auch die höheren Velofrequenzen und der Ausbau des Nachtzug-Netzes. Allerdings hat das Thema Umweltschutz wegen Corona stark an Rückenwind verloren. Ok, 2020 war es schwierig, um das Thema herumzukommen, aber 2021 soll, sobald Corona wieder in den Hintergrund rückt, dort vorwärts gemacht werden. Noch immer gibt es keinen Plan wie wir die Pariser Klimaziele erreichen, und die Schweiz hinkt besonders im Bereich Verkehr nordischen Ländern wie Norwegen und Schweden hinterher. Dafür werde ich mich sicher weiter einsetzen.

Leserbrief: Vaterschaftsurlaub ist unbezahlbar wichtig

Dieser Beitrag wurde als Leserbrief am Samstag, 25. Juli im St.Galler Tagblatt veröffentlicht. Bild: vaterschaftsurlaub.ch

Ein Tag ist deutlich zu wenig. 90% der Schweizer Männer wollen mehr Zeit und Flexibilität, um mehr für ihre Kinder da sein zu können. Doch die Rahmenbedingungen stimmen nicht: Auch und gerade Männer haben Probleme, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen. Sie geraten in einen Konflikt zwischen den alten Anforderungen im Beruf und den neuen Anforderungen in der Familie. Also sollten wir durch die Einführung des Vaterschaftsurlaubs die Rahmenbedingungen an die heutigen Zeiten anpassen.

Meiner Meinung nach, lässt sich die Möglichkeit, mehr Zeit mit seinen Kindern verbringen zu können, kaum in Zahlen ausdrücken, aber ohnehin kostet der Vaterschaftsurlaub weniger als erwartet:  

Das Bundesamt für Sozialversicherungen hat mit 91’000 Vätern pro Jahr gerechnet, was aber zu viel ist, wie ein Blick ins Ausland zeigt: Nicht alle Väter beziehen den Vaterschaftsurlaub.

Auch haben die Absenztage eines Arbeitnehmers in den letzten Jahren abgenommen, da die Zahl der Diensttage mit der neuen Armeereform von 260 auf 245 Tage verringert wurde. Die 14 Tage Vaterschaftsurlaub werden die Wirtschaft also nicht mehr belasten als in den letzten Jahren die Armee.

Danke für Eure Unterstützung!

Standaktion mit Spitalbett und Schoggibatzen der JGLP am 29. Februar am Marktplatz, St.Gallen

Die Kantonsratswahlen 2020 im Kanton St. Gallen sind Geschichte. Leider wurde niemand von der GLP im Wahlkreis Rorschach gewählt, gut 100 Stimmen haben uns gefehlt. Leider haben uns die Grünen „links überholt“. Ich gratuliere jedoch Jeanette Losa, von den Grünen zur Wahl. Leider wurde dafür mit Felix Bischofberger (CVP) ein erfahrener Politiker abgewählt.

Kantonal gesehen schnitt die GLP besser ab: Wir konnten aber unsere Mandate verdreifachen. Im Linthgebiet, Rheintal und Wil konnten wir je ein Kantonsratsmandat dazugewinnen, und im Wahlkreis St.Gallen gleich drei. Ich freue mich sehr, dass auch zwei Mitglieder der JGLP gewählt wurden: Andrin Monstein aus St.Gallen und Andreas Bissig aus Rappi-Jona. Auch ihnen gratuliere ich sehr zum verdienten Wahlsieg. Wir von der JGLP haben trotz wenig Budget einen sehr aktiven, smarten Wahlkampf geführt, was im etwas grösseren Rahmen auch auf die GLP zutrifft.

Der Wahlkampf hat zwar einiges an Zeit und Energie gekostet, doch es hat mir auch sehr viel Freude gemacht. Das Gestalten der Webseite, Flyer verteilen, Blog Beiträge schreiben, die Standaktionen, Wahlplakate aufstellen (und nochmals aufstellen wegen den Stürmen), Gespräche mit den Leuten über Politik, all das hat mir wahnsinnig Spass gemacht. Mein grosses Intresse für Politik konnte ich endlich ausleben, und mit der GLP eine Partei unterstützen, welche meinen Werten und politischer Einstellung entspricht.

Nun möchte ich noch meinen Wählerinnen und Wähler für die genau 500 Stimmen bedanken. Als Neuling sowohl in der Politik als auch in der Region Rorschach werte ich dies als sehr gutes Resulat. Am meisten Stimmen bei uns hat Stefan Biehle mit 789 Stimmen erhalten, ich blieb meinem 4. Listenplatz treu ;-).

Stimmverteilung der GLP Rorschach (alle nicht gewählt)

Was passiert nun mit dieser Webseite und dem Blog? Nun, ich möchte als GLP- und JGLP-Mitglied sicherlich weiter politisch aktiv sein. Eine erneute Kandidatur, beispielsweise auf kommunaler Ebene schliesse ich nicht aus. Deshalb werde ich die Webseite aktuell halten, vielleicht ein oder zwei Blog-Beiträge zu einem politischen oder verkehrsplanerischen Thema schreiben. An dem Inhalt der Blog-Beiträge wird sich also nicht viel ändern, eher an der Kadenz.

Diese Woche: Sustainability Week in St.Gallen und Zürich

Diese Woche findet in Zürich und St.Gallen, Bern und vielen anderen Städten die Swiss Sustainability Week statt. In dieser von Studierenden organisierten Woche werden verschiedene Event rund um das Thema Nachhaltigkeit angeboten. In Zürich ist beispielsweise für den 5. März eine Veranstaltung zum Thema Degrowth geplant mit der SP-Nationalrätin Samira Marti.

In St.Gallen ist das aktuelle Gesundheit morgen das Thema: Ein Talk zum Thema Nachhaltigkeit in der Hygienebranche ist geplant um 13:15 und um 16:15 ein Workshop wo man nachhaltige Hygieneartikel herstellen kann. Abgeschlossen wird der Tag von einer Movie-Night.

Save the Date: Die Nachhaltigkeitswoche Rapperswil, welche ich teilweise mitorganisiere findet vom 28. April – 2. Mai statt. Das Programm folgt in den kommenden Tagen.

Meine Vision für den Wahlkreis Rorschach 2050

Politik ist die Umsetzung von Visionen. Zu diesem Zweck habe ich meine Vision für die Region Rorschach 2050 auf eine Karte gebracht, und darin die wichtigsten Punkte dargestellt, wie unsere Region sich nachhaltig weiterentwickeln kann.
Die Idee zur Verlegung der Seelinie ist nicht neu – sie wurde bereits Anfangs des 20.Jahrhunderts projektiert. 2014 reichte eine CVP-Kantonsrätin zudem ein Postulat ein.
Meine Idee wäre eine Verschiebung der Linie Rorschach Hafen – Steinach auf die Linie Rorschach – St. Gallen. Um die künftig durch Unterführungen und Doppelspur ausgebaute Linie über den zentral gelegenen Bahnhof Rorschach Stadt zu stärken, und die Anbindung der Region Rorschach an die zentral gelegenen Bahnhöfen Rorschach Stadt und Goldach zu stärken. Die Linie Rorschach – Rorschach Hafen kann als Kopfbahnhof der Linie der Appenzellerbahnen touristisch genutzt werden. Zwischen Rorschach, Rorschach Hafen und Steinach (-Arbon) soll mindestens der bestehende Halbstundentakt durch eine Buslinie fortgesetzt werden. So kann auch das Industrieareal in Goldach am See attraktiv an das ÖV-Netz angeschlossen werden.
Die frei werdende Fläche am Seeufer zwischen Rorschach Hafen und Horn kann als Erweiterung der Seepromenade genutzt werden, sei es als Begrünung, Plätze oder Gastronomie. In der Fortsetzung kann das ehemalige Trassee zwischen Goldach und Horn beispielsweise in eine Veloschnellroute umgewandelt werden.

Quellen: https://www.tagblatt.ch/amp/ostschweiz/stgallen/schienen-verhindern-seezugang-ld.1115241

Wieso ich Kantonsrat werden möchte

Oft wurde ich gefragt, wieso ich für den Kantonsrat kandidieren will. Das hat für mich zwei Seiten: Zum einen sind das meine politische Ansichten wie Nachhaltigkeit oder aktive Mobilität, noch zu wenig in unserem Kanton vertreten sind. Zum anderen bin ich schon seit Kind politisch sehr intressiert, was ich in diesem Blogpost gerne erläutern möchte.

In meiner Familie war Politik zwar nie ein grosses Thema. Fernsehen schauten wir äusserst selten, Radio hörten wir nur sporadisch. Internet gab es damals noch nicht wirklich. Wir hatten jediglich ein bis zwei regionale Tageszeitungen abonniert. Eigentlich hätte ich mich gar nie für Politik intressieren dürfte – wäre da nicht unsere Grossmutter, welche mich regelmässig hütete. Einige Male bei uns, viel war ich aber auch bei ihr, in Ihrer Wohnung am Zürichsee. Zwar hatte sie auch kein Fernseher, was für jedes Kind der 90er eines der tollsten Geräte überhaupt war, sie hörte aber regelmässig Radio. Kein DRS1, kein DRS3, kein Privatradio, es lief DRS2. Darauf liefen viele politische Diskussionssendungen, denn meine Grossmutter war politisch sehr intressiert. Dabei hörte ich regelmässig zu.

Meine Grossmutter engagierte sich auch schon früh für den Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Vielleicht schon bevor diese Wörter überhaupt erfunden wurden. Zwar fuhr sie früher einen Deux-Chevaux, diesen tauschte sie aber kurz nach meiner Geburt um in ein „Generalabonnement“, wie sie es immer so schön auf französisch betonte. Seit da reiste sie nur noch mit dem Zug. Wir sind so zusammen durch die Schweiz gefahren.

Sie hat mich durch ihre Einstellung sehr geprägt. Dass ich mich überhaupt für Politik intressiere, habe ich ihr zu verdanken.

Video: Fuss- und Veloverkehr 1

Heute veröffentliche ich mein zweites Video, dieses mal zum Thema Fuss- und Veloverkehr.

Text:

Es isch Ziit für en Usbau vom Velo und Fuessverkehr ide Region Rorschach. Investitione in Velo und Fuessverkehr entlastet nöd nur d Verkehrssituation. Jede Kilometer, wo z Fuess oder mit em Velo zruggleit wird, generiert meh externi Nutze als Koste, will si kei Lärm oder Schadstoff usstossed, sondern im Gegeteil eusem Gsundheitssystem z guet chömed. 

Für d Region Rorschach isch zum Bispil d Seepromenade en wichtige Tourismusfaktor, wo dur es Bikesharing Agebot, e Veloservicestation oder en Seeufersteg wiiterentwicklet söll werde. En kantonale Velonetzplan mit Veloschnellroute find ich als Verkehrsplaner au wichtig.